Versorgung von Frühgeborenen im Land Brandenburg sichergestellt
Auch künftig wird es im Land Brandenburg eine Versorgung von Früh- und Neugeborenen auf hohem Niveau geben. Die ab Januar 2011 geplanten einschränkenden Bedingungen in diesem Bereich wurden vom zuständigen Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorerst ausgesetzt. Eine richtige Entscheidung zur richtigen Zeit, so Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) heute in Potsdam. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft und zu früh geborene Kinder sollen auch weiterhin in Brandenburg gut medizinisch versorgt werden.
Die Ministerin verwies darauf, dass die bestehenden Perinatalzentren in den kreisfreien Städten und in Eberswalde und Neuruppin gut aufgestellt seien. Die Zentren in den kreisfreien Städten erfüllen alle Anforderungen, die an ein Haus der höchsten Versorgungsstufe (LEVEL 1) gestellt werden - bis auf die sogenannte Mindestmengenregelung.
Diese Regelung wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und sieht vor, dass Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.250g nur noch dann in anerkannten Perinatalzentren der höchsten Versorgungsstufe geboren und versorgt werden dürfen, wenn das Zentrum jährlich mindestens 30 solcher Fälle medizinisch betreut. Da im Durchschnitt der letzten 5 Jahre im ganzen Land Brandenburg jährlich etwa 60 Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 g geboren wurden und sich die Geburten auf die vier Zentren im Land unterschiedlich verteilen, würde allenfalls eines der bestehenden Perinatalzentren die geforderte Mindestmenge erreichen. Der G-BA hat jetzt die Mindestmengenregelung bis Ende Februar 2011 ausgesetzt.
Die vergleichsweise niedrige Geburtenrate im Flächenland darf nicht dazu führen, dass junge Familien die schwierige erste Zeit des frühgeborenen Kindes weitab von ihrem Wohnort durchleben müssen, betonte Tack. Trotz der geringen Fallzahlen ist die Qualität der Versorgung von Frühgeborenen im Land Brandenburg seit Jahren sehr gut.
Jetzt geht es darum, dass die Perinatalzentren ihre Zusammenarbeit intensivieren, um die Qualität der Versorgung weiter zu entwickeln. Dazu haben das Land und die Perinatalzentren vereinbart, verbindliche Regelungen der Zentren zur weiteren Vernetzung der geburtshilflichen Angebote in ihrer Versorgungsregion zu entwickeln. Das erreichte hohe Qualitätsniveau der Versorgung von Früh- und Neugeborenen im Land werden wir auch bei dem Rückgang an Geburten aufrecht erhalten. Unser Ministerium wird weiterhin die hohe Behandlungsqualität und die flächendeckende Versorgung der Brandenburger Frühchen zum Maßstab machen, machte die Gesundheitsministerin deutlich.
Veröffentlicht von:
Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg
