Professor Klaus Keil wird feierlich verabschiedet
Produzent, Filmförderer, Hochschullehrer - Professor Klaus Keil, Direktor des Erich Pommer Institutes für Medienrecht, Medienwirtschaft und Medienforschung und Professor für Interdisziplinäre Filmwirtschaft an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF) Potsdam-Babelsberg wurde gestern nach langen erfolgreichen Jahren in der Filmwirtschaft in den Ruhestand verabschiedet.
Lang war die Reihe der Laudatoren, die die vielen Facetten des passionierten Filmmenschen Klaus Keil noch einmal Revue passieren ließen: Entfacht hatte diese Leidenschaft einst Volker Schlöndorff, als er Klaus Keil zu seinem Regieassistenten machte. Zu dieser Tätigkeit gesellten sich freiberufliche Engagements als Produktions- und Herstellungsleiter sowie Producer, später arbeitete er fest für Constantin TV und die Bavaria Film als Prokurist und stellvertretender Gesamt-Herstellungsleiter. Doch Filmemachen allein genügte ihm nicht, mit der gleichen Passion wollte er Handwerk und Sachkenntnis auch weitergeben. 1989 wurde Keil zum Professor der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film berufen, wo er den Studiengang für Produktion und Medienwirtschaft etablierte. Ab 1995 lehrte er schließlich bis heute an der HFF „Konrad Wolf“ Potsdam-Babelsberg. Und „was er anpackt, das macht er mit vollem Einsatz“, schwärmt seine ehemalige Studentin Gabi Lins – Produzentin des 1999 mit dem Studenten-Oscar ausgezeichneten Kurzfilms „Kleingeld“ – noch heute: „Anspruchsvoll und systematisch, dabei nett und warmherzig hat er Wissen auf hohem Niveau vermittelt und seinen Studierenden Sicherheit und Selbstvertrauen mit auf den Weg gegeben. „Keil-Typen“, so rühmt Laudator Dieter Kosslick Keil’s Absolventen, „arbeiten offen, fair, effizient, freundlich und erfolgreich“!
Aus den einstigen Konkurrenten sind heute Freunde geworden und so schätzt Kosslick vor allem die Menschlichkeit und den Teamgeist, mit der Klaus Keil die Branche bereichert hat. „Einen unabhängigen Kopf“ nannte ihn einst der Tagesspiegel, der – wie bei seinem Hobby, dem Bergsteigen – auch die Höhen und Abgründe der Filmwirtschaft sicher durchschritten hat. Nicht von ungefähr kommt daher, was Klaus Keil zu seinem persönlichen Credo erhob: „Kunst und Kommerz müssen keine Widersprüche sein!“ So propagierte er die intensive Zusammenarbeit zwischen Produzent und Regisseur und machte sie zur wichtigen Grundlage seiner Arbeit beim Filmboard (jetzt Medienboard), der gemeinsamen Filmförderung der Länder Berlin und Brandenburg, dem er von seiner Gründung 1994 bis 2004 als Geschäftsführer und Intendant angehörte. „Wir geben mehr als Geld“ lautete seine Devise, um die er durchaus ein wenig beneidet wurde. Daneben war und ist Klaus Keil u. a. Gründungsvorstand des Bundesverbandes Produktion sowie Kuratoriumsmitglied des Filmfestivals Cottbus und Autor zahlreicher Veröffentlichungen, wie z.B. „Finanzierung von Film- und Fernsehwerken“ (2010) oder „Professionalisierungspotenziale in der Filmproduktion in: Strategisches Management für Filmproduktionen“ (2009).
Wen wundert es da, dass Klaus Keil seinen Weg aus dem Berufsleben als ähnlich aufregend betrachtet, wie einst den hinein. Und beschließt er den offiziellen Teil des Abends mit den Worten: „Das war’s dann – …. noch lange nicht!“.
Veröffentlicht von:
Hochschule für Film und Fernsehen
