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Potsdam, 12.08.2021

Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße zeigt Sonderausstellung „1961. Geheimpolizei und Mauerbau im Bezirk Potsdam“


Landeshauptstadt Potsdam

Die Sonderausstellung „1961. Mauerbau im Bezirk Potsdam“ der Gedenkstätte Lindenstraßen 54 ist am Donnerstag von Oberbürgermeister Mike Schubert, Gedenkstättenleiterin Maria Schultz, der Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Martina Weyrauch, sowie Zeitzeuginnen und -zeugen eröffnet worden. In der Ausstellung wird unter anderem gezeigt, wie viele Menschen von der Staatssicherheit in Potsdam nach der Grenzschließung inhaftiert wurden, welche Strafen die Gerichte gegenüber den Betroffenen ausgesprochen haben und wie diese begründet wurden. 1961 gab es so viele Untersuchungshäftlinge im Gefängnis der Staatssicherheit wie in kaum einem anderen Jahr. Die Betroffenen wurden unter anderem wegen „Propaganda und Hetze“, „Grenz- und Fluchtdelikten“ oder „ungesetzlichem Verlassen der DDR“ inhaftiert, unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten und später verurteilt. Nach dem 13. August 1961 folgte in der DDR eine Phase schwerer Repression. Es werden Formen und Ausmaß politischer Verfolgung dargestellt.

„Die Gedenkstätte Lindenstraße ist der zentrale authentische Ort mitten in unserer Stadt, der die ganzen Folgen des Mauerbaus und das Ausmaß von Repression und Diktatur vor Augen führt und zu einem wirklichen Verständnis der Vergangenheit beiträgt. Die Sonderausstellung beleuchtet am authentischen Ort die Formen und Strukturen der Unterdrückung und Verfolgung, die mit dem Mauerbau enorm zunahmen. Sie zeigt die Mechanismen der Staatssicherheit und nimmt die Opfer in den Blick. Ich bin sehr dankbar, dass heute auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen den Weg in die Gedenkstätte genommen haben“, sagte Oberbürgermeister Mike Schubert zur Eröffnung.

Erstmals nimmt die Ausstellung neben den von Untersuchungshaft Betroffenen auch das hauptamtliche Personal der Staatssicherheit in den Blick. Es werden Fragen beantwortet wie: Woher kamen die Vernehmer und Wärter der Geheimpolizei? Welche berufliche Ausbildung brachten sie mit? Welche politischen Prägungen durchliefen sie?

Zwei biographische Module, ein informativer Medientisch und ein Comic-Buch als Begleitmaterial gehören zu dieser Sonderausstellung, die bis zum 31. Dezember 2021 zu sehen ist. Die Ausstellungstexte stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.

Als besonderes Begleitmaterial hat die Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße statt eines Ausstellungskatalogs das Comic-Buch »Grenzlinien – Auswege aus der DDR« herausgebracht. Die Künstlerinnen und Künstler Birgit Weyhe, Ulla Loge, Thomas Henseler und Susanne Buddenberg haben dafür drei biographische Fluchtgeschichten in ihrem eigenen Stil gestaltet und vermitteln damit die Erlebnisse der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf eine ganz neue Art und Weise. Das rund 80 Seiten starke Buch wird nicht im regulären Handel erhältlich sein, sondern exklusiv die Sonderausstellung begleiten und kostenlos für alle Interessierten vor Ort verfügbar sein. Kurator der Sonderausstellung ist der Historiker Sebastian Stude.

„Ich freue mich, dass die erste Sonderausstellung nach der Wiedereröffnung der Gedenkstätte Lindenstraße eine Ausstellung mit besonderem Bezug auf ein historisches Ereignis ist. 60 Jahre nach dem Mauerbau haben unsere Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, mehr über die Hintergründe der Inhaftierungen und speziell das Personal der Staatssicherheit im Jahr 1961 zu erfahren. Das Comic-Buch, das die Ausstellung begleiten wird, ist eine weitere Besonderheit, die unsere Sonderausstellung einzigartig macht“, so Maria Schultz, Leiterin der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße. „Diese Ausstellung ist ein zentraler Baustein für die Erinnerung an den 60. Jahrestag des Mauerbaus in Potsdam“, sagte Mike Schubert.

Die Ausstellung wurde finanziell von der Landeshauptstadt Potsdam unterstützt; das Comic-Buch von der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Zum Begleitprogramm zur Ausstellung gehören Kuratorenführungen, Zeitzeugengespräche, eine Filmvorführung in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam sowie ein Fachvortrag über den Blick der Staatssicherheit auf die DDR im Jahr 1961. Nähere Informationen dazu finden Sie in Kürze unter www.gedenkstaette-lindenstrasse.de.

Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße
Lindenstraße 54/55, 14467 Potsdam

Öffnungszeiten
Di-So 10-18 Uhr
Öffentliche Führung: jeden Samstag, 14 Uhr

Weitere Informationen unter https://www.gedenkstaette-lindenstrasse.de/1961-geheimpolizei-und-mauerbau-im-bezirk-potsdam/

Potsdam, 12.08.2021

Veröffentlicht von:
Landeshauptstadt Potsdam

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