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Potsdam, 03.02.2011

Filmschauplatz des Monats Februar

Der Direktor der Generalverwaltung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) Dr. Heinz Berg und der Beigeordnete für Bauen und Wohnen Matthias Klipp zogen heute eine Fahne am Parkeingang Sanssouci/Obeliskportal auf und präsentierten damit im Rahmen des Themenjahres „Potsdam 2011 - Stadt des Films" den zweiten „Filmschauplatz des Monats". Die Fahne weist bis Ende Februar darauf hin, dass am Obeliskportal im Jahre 1919 der Stummfilmklassiker „Madame Dubarry" gedreht wurde. Die Regie führte Ernst Lubitsch. Hauptdarsteller waren Pola Negri, Emil Jannings, Reinhold Schünzel und Harry Liedtke. Die einfache Näherin Marie-Jeanne steigt in diesem sarkastischen Revolutionsstück auf - wird von der Geliebten des Studenten Armand zur Frau des Grafen
du Barry und schließlich zur Mätresse des Königs Louis XV. Als die Französische Revolution ausbricht, wird ihr Leben in Luxus und Lust von den Aufständischen auf dem Schafott beendet. Ernst Lubitsch bearbeitet in „Madame Dubarry" Weltgeschichte als unterhaltsame Tragikkomödie und verschaffte der UFA nur ein Jahr nach dem ersten Weltkrieg den ersten internationalen Filmhit. Die zahlreichen Außenaufnahmen unter anderem im Park Sanssouci waren zu dieser Zeit eher ungewöhnlich.
Zu sehen ist der Film am 27. Februar 2011 um 18 Uhr im Filmmuseum Potsdam.
„Das Areal der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist seit vielen Jahren ein gefragter Drehort", sagte Dr. Heinz Berg. „Mit Filmaufnahmen zu ‘Madame Dubarry‘ begann auch die ‘Filmkarriere‘ für einige unserer historischen Gebäude und Parkanlagen." Sie dienen durchschnittlich etwa 100 Filmen im Jahr - darunter auch Dokumentationen - als Kulisse. Abhängig von Anzahl und Umfang der Produktionen nimmt die SPSG damit jährlich zwischen 50.000 und 150.000 Euro für Restaurierung und Erhalt der Welterbestätten ein. Aus konservatorischen Gründen ist das Schloss Sanssouci für Spielfilmaufnahmen jedoch tabu.

Von der DEFA-Literaturverfilmung „Emilia Galotti" von Martin Hellberg (1975) über den britischen Abenteuerfilm „Barry Lyndon" von Stanley Kubrick (1975) bis zu Zukunftsvision aus Hollywood „AEon Flux" mit Charlize Theron (2005) wurden Szenen auf dem Areal der Schlösserstiftung gedreht. Episoden zum Film „In 80 Tagen um die Welt" (2004) mit Jackie Chan von Frank Coraci entstanden beispielsweise in der Orangerie. Im und am Neuen Palais, den Neuen Kammern, der Orangerie und dem Chinesischen Haus gab es Drehaufnahmen zur WDR-Neuverfilmung des Märchens von Hans Christian Andersen „Des Kaisers neue Kleider" mit Matthias Brandt in der Rolle des leichtgläubigen Herrschers.

Matthias Klipp outete sich während des Termins als Film-Fan: „Natürlich ist es mit zwei kleinen Kindern nicht ganz so leicht, sich einen schönen Kino-Abend zu organisieren. Dank neuer Medien kann man sich das Kino heute aber auch ins Wohnzimmer holen. Während meine Frau die `Problemfilme` - am liebsten in Originalsprache und mit Untertiteln - bevorzugt, schaue ich mir sehr gern Dokumentationen historischer Ereignisse und als Kontrastprogramm zu meiner Arbeit durchaus auch Lovestorys an. Auf meine Arbeit bezogen bedeutet das Medium Film aber auch die Verpflichtung, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Branche Entwicklungsperspektiven in unserer Stadt hat."

Im Potsdamer Filmjahr zeigen insgesamt zwölf öffentliche Orte ihr Filmgesicht. Jeden Monat neu wird ein „Filmschauplatz" präsentiert. Auf wehenden Fahnen werden einzelne vor Ort gedrehte Szenen zu sehen sein. Die Fahnen und Orte zeugen davon, dass Filme in der Landeshauptstadt Potsdam nicht nur in den Studios gedreht wurden und werden. In vielen Stadtteilen dienten und dienen Straßen und Parks, Gebäude und Fassaden als Filmkulisse. Potsdamer und Besucher entdecken so bekannte Orte als Drehorte neu, erkennen die bisher unbekannte Kulisse vertrauter Klassiker und stellen die Verbindung her zwischen Film und Stadt. Der Filmschauplatz des Monats Januar war das Potsdamer Stadthaus mit dem Polizeiruf 110 „Fremde im Spiegel".

Weitere Infos zu den Filmschauplätzen des Monats und dem Programm des Filmjahrs sind zu finden unter ww.filmjahr.potsdam.de.

Potsdam, 03.02.2011

Veröffentlicht von:
Stadtverwaltung Potsdam

Info Potsdam Logo 2011-02-03 09:49:50 Vorherige Übersicht Nächste


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